Die Oracle-Aktie fiel am 14. Oktober um 8,8 %, nachdem ein September-Inflationsbericht über den Erwartungen Zinserhöhungswetten neu anfachte und KI-Aktien breit belastete. Trotz starkem Cloud-Wachstum und hohen Vertragsbuchungen steigt die Verschuldung, während der freie Cashflow negativ bleibt.
Oracle verliert 8,8 % nach Inflationsbericht
Warum jetzt: Oracle fiel nach dem Inflationsbericht
Die Aktie von Oracle Corp fiel am Mittwoch, 14. Oktober, um 8,8 %. Laut dem Finanzportal tikr.com löste ein September-Inflationsbericht, der über den Erwartungen lag, den Kursverlust aus. Der Bericht fachte laut tikr.com Wetten auf Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed neu an und drückte KI-Aktien auf breiter Front.
Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im September im Jahresvergleich um 3,7 %, nach 3,4 % im August. Das trieb laut tikr.com die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe kletterte am Mittwoch, 14. Oktober, laut investing.com auf bis zu 5,63 %. Am Nachmittag gaben die Zinsen laut investing.com wieder nach.
Auch am Zinsterminmarkt verschoben sich die Erwartungen. Laut dem FedWatch-Tool der CME preisten Händler am 14. Oktober eine Wahrscheinlichkeit von 37 % für eine Leitzinserhöhung der Fed noch in diesem Monat ein, nach 22 % am Dienstag. Steigende Renditen und höhere Zinserwartungen legen nahe, dass der Markt an diesem Tag vor allem die Zinsseite neu bewertete.
Oracle Corp selbst bot nach eigener Darstellung vom September 2026 integrierte Anwendungssuiten sowie sichere, autonome Infrastruktur in der Oracle Cloud an.
Cloud-Wachstum erforderte hohe Investitionen
Oracle Corp steigerte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 laut Mitteilung vom September 2026 die Gesamterlöse um 30 % auf 19,3 Mrd. USD. Die Erlöse aus der Cloud-Infrastruktur (IaaS) wuchsen im selben Quartal um 121 %. Laut Oracle Corp lieferte das Unternehmen in diesem Quartal 850 MW zusätzliche Rechenzentrumskapazität aus.
Im ersten Quartal buchte Oracle Corp nach eigener Angabe vom September 2026 mehr als 30 Mrd. USD an zusätzlichen KI-Cloud-Verträgen. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) stiegen damit zum Quartalsende auf 664 Mrd. USD. RPO erfassen vertraglich zugesagte Leistungen, die noch nicht als Umsatz verbucht sind. Seit Ende des vierten Quartals lieferte Oracle Corp laut Mitteilung vom September 2026 mehr als 300.000 GPUs an KI-Cloud-Kunden aus. Die ausgelieferte Kapazität lag nach Unternehmensangaben fast dreimal so hoch wie im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026.
Für das laufende Geschäftsjahr plant Oracle Corp laut tikr.com Investitionsausgaben (Capex) von 90 bis 95 Mrd. USD. Nach Einschätzung von tikr.com braucht Oracle dafür mehr externe Finanzierung. Der freie Cashflow lag im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 bei minus 5 Mrd. USD, was Oracle Corp laut Mitteilung vom September 2026 mit fortgesetzten Investitionen in das Cloud-Infrastruktur-Geschäft begründete. Über die vier Quartale bis zum 31. August 2026 summierte sich der freie Cashflow laut trendandticker.com auf minus 28,72 Mrd. USD.
Im Geschäftsjahr 2026 nahm Oracle Corp nach Angaben vom Juni 2026 43 Mrd. USD an Fremdkapital und 5 Mrd. USD an Eigenkapital auf. Für das Geschäftsjahr 2027 kündigte der Konzern damals an, rund 40 Mrd. USD über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen. Darin war die angekündigte At-the-Market-Aktienausgabe über 20 Mrd. USD enthalten. Im ersten Quartal schloss Oracle Corp laut Mitteilung vom September 2026 den Verkauf von Stammaktien über 20 Mrd. USD (vor Provisionen) über dieses Programm ab. Der negative freie Cashflow legt nahe, dass Oracle Corp den Ausbau vorerst weiter über den Kapitalmarkt finanzieren dürfte.
Oracle verliert 8,8 % nach Inflationsbericht
Was Sie tun können: Finanzierung prüfen
Die Gesamtverschuldung von Oracle Corp einschließlich Leasingverbindlichkeiten lag laut tikr.com zum Ende des Geschäftsjahres 2026 im Mai bei 167 Mrd. USD, nach 109 Mrd. USD ein Jahr zuvor. Enger gefasst standen die Verbindlichkeiten und Kredite laut trendandticker.com am 31. August 2026 bei 125,34 Mrd. USD, nach 129,54 Mrd. USD am 31. Mai 2026. Barmittel und marktgängige Wertpapiere beliefen sich am 31. August 2026 auf 37,08 Mrd. USD; die Nettoverschuldung bezifferte trendandticker.com auf 88,26 Mrd. USD. Die Gesamtverschuldung schließt Leasingverbindlichkeiten ein, die beiden Schuldengrößen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Im August-Quartal erreichte der Zinsaufwand laut tikr.com 1,43 Mrd. USD, 55 % mehr als ein Jahr zuvor. Das bereinigte Betriebsergebnis wuchs im selben Zeitraum um 31 %. Laut fool.com wurde das Kreditrating von Oracle Corp auf BBB- herabgestuft, eine Stufe über dem spekulativen Bereich. Die Rendite einer CoreWeave-Anleihe näherte sich laut tikr.com der Marke von 15 % und weckte erneut Sorgen um schuldenfinanzierte KI-Kapazitäten. Laut S&P Global Market Intelligence erreichten die Kosten für die Absicherung gegen Zahlungsausfälle bei Schulden von KI-Unternehmen wie Oracle Corp und CoreWeave Rekordstände. Beide Werte sind Marktsignale für den Sektor, keine Finanzierungskonditionen von Oracle Corp.
Die Aktie schloss am 14. Oktober 2026 bei 130,55 USD. Ihre 52-Wochen-Spanne reichte laut fool.com zum Stand vom 14. Oktober 2026 von 114,50 bis 322,54 USD. Die Marktkapitalisierung lag am 14. Oktober 2026 bei 395 Mrd. USD. Zum Stand vom 15. Oktober 2026 notierte die Aktie bei 114,32 EUR. Der Fair Value lag bei 120,47 EUR, ein Aufwärtspotenzial von 5,4 %. Das Kursziel des Analystenkonsens lag zum selben Stand bei 219,3 EUR, ein Aufwärtspotenzial von 91,8 %. Das Rating lautete Strong Buy. MarketBeat meldete am 14. Oktober 2026 als Analystenkonsens ein „Moderate Buy“ und ein durchschnittliches Kursziel von 251,72 USD.
Der freie Cashflow summierte sich über die vier Quartale bis zum 31. August 2026 auf minus 28,72 Mrd. USD. Für das Geschäftsjahr 2027 kündigte Oracle Corp im Juni 2026 an, rund 40 Mrd. USD aufzunehmen.
Umsatzziel von mindestens 90 Mrd. USD
Ausblick: Oracle erwartet höheren Umsatz
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartete Oracle Corp im September 2026 einen Gesamtumsatz von mindestens 90 Mrd. USD und einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie von 8,10 USD.
Der vorausbezahlte und von Kunden bereitgestellte Hardwareanteil großer KI-Verträge belief sich laut Oracle Corp im Juni 2026 auf 75 Mrd. USD. Nach Darstellung des Konzerns verringerte das den Kapitalbedarf für den Ausbau der KI-Rechenzentren erheblich. Der Betrag dürfte damit vor allem den künftigen Finanzierungsbedarf betreffen, nicht die Kasse oder den Umsatz des laufenden Jahres.
Den nächsten Ergebnisbericht legt Oracle Corp am 14. Dezember 2026 vor. Laut fool.com gilt er als klarster Test dafür, ob die Cloud-Nachfrage den Margendruck und den Finanzierungsbedarf ausgleichen kann. Der Bericht dürfte zeigen, wie weit der Konzern auf dem Weg zu seinen Jahreszielen ist.