Zum Hauptinhalt springen
Amazon stieg; Morgan Stanley skizzierte fünf Kurstreiber
Symbolbild. Unter Zuhilfenahme von KI-Systemen generiert.

Energie Kursziel USA

Amazon stieg; Morgan Stanley skizzierte fünf Kurstreiber

Morgan-Stanley-Analyst Brian Nowak sieht in AWS-Wachstum, AWS-Gewinnen, Robotik, Bedrock und KI-Einkaufsagenten fünf Katalysatoren für die Amazon-Aktie.

Publiziert Lesezeit 6 Min. Unter Zuhilfenahme von KI-Systemen erstellt

Die Amazon-Aktie stieg am 19. Oktober zeitweise um bis zu 5 %, nachdem Morgan Stanley fünf mögliche Kurstreiber skizziert und das Kursziel von 335 auf 350 USD angehoben hatte. Die Bank setzt dabei auf stärkeres AWS-Wachstum, Robotik in der Logistik und mehr Transparenz bei Bedrock.

Warum jetzt: Amazon stieg am 19. Oktober

Die Aktie von Amazon.com Inc stieg am Montag, dem 19. Oktober 2026, zeitweise um bis zu 5 %, nachdem Morgan Stanley fünf mögliche Kurstreiber skizziert hatte.

Der Morgan-Stanley-Analyst Brian Nowak behielt seine Overweight-Einstufung für die Aktie bei. In einer Notiz vom Sonntag schrieb er, in einem Markt schwankender KI-Gewinner und KI-Nachzügler sehe er fünf bevorstehende Katalysatoren, die eine Neubewertung der Aktie und eine wesentliche Outperformance auslösen könnten.

Am 30. Juli 2026 legte Amazon.com Inc die Zahlen für das am 30. Juni 2026 beendete Quartal vor. Der Umsatz lag bei 200,61 Mrd. USD, ein Plus von 19,62 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie erreichte 5,75 USD nach 1,68 USD im Vorjahr. Die Cloud-Sparte AWS steigerte ihren Umsatz im zweiten Quartal um 37 % im Jahresvergleich auf 42,2 Mrd. USD. Laut fool.com war das das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen. Die Quartalszahlen legen nahe, dass die These von Morgan Stanley auf bereits erzieltem Wachstum aufsetzt und nicht allein auf Erwartungen.

AWS-Prognosen und Robotik tragen die These

Morgan Stanley erwartet für die Cloud-Sparte AWS von Amazon.com Inc nun ein Umsatzwachstum von 47 % im Jahr 2027 und 42 % im Jahr 2028. Zuvor hatte die Bank 41 % und 37 % angesetzt. Die Anhebung folgt auf eine Offenlegung von Nvidia Corp. Der Chipkonzern erwartet, dass AWS in diesen beiden Jahren rund 2 Mio. Nvidia-Grafikprozessoren kauft und einsetzt.

Die zusätzlichen Chips heben laut Morgan Stanley auch die Investitionsprognose für Amazon.com Inc auf 355 Mrd. USD im Jahr 2027 und 365 Mrd. USD im Jahr 2028. Für das Gesamtjahr 2026 liegen die Investitionspläne des Konzerns bei rund 220 Mrd. USD. Laut de.investing.com richten Investoren ihr Augenmerk vor allem auf das AWS-Wachstum, die Entwicklung der Investitionsausgaben und die operativen Margen. Die These dürfte damit voraussetzen, dass die höheren Ausgaben in Umsatz münden.

Nowak erwartet bei AWS operative Margen von 42 % im Jahr 2027 und 44 % im Jahr 2028. Daraus ergibt sich nach seiner Rechnung ein Gewinn je Aktie von etwa 16,50 USD im Jahr 2028. Gehen die Margenannahmen nicht auf, könnte auch diese Gewinnschätzung unter Druck geraten.

Der zweite Hebel liegt in der Logistik. Morgan Stanley schätzt, dass jede 10 % der weltweiten Amazon-Einheiten, die über robotisierte Logistikzentren laufen, jährlich 2 bis 4 Mrd. USD einsparen könnten. Die Bank wies außerdem darauf hin, dass das Management plant, seine Flotte an Roboterarmen im Jahr 2026 mehr als zu verdoppeln.

Was Sie tun können: Kursziel prüfen

Morgan Stanley hob das Kursziel für Amazon.com Inc von 335 auf 350 USD an. Gemessen am Schlusskurs von 250 USD vom vorangegangenen Freitag impliziert das neue Ziel ein Aufwärtspotenzial von rund 40 %. Am Montag, dem 19. Oktober 2026, schloss die Aktie bei 262,45 USD, ein Tagesplus von 4,98 %. Nach diesem Anstieg fällt der Abstand zum Kursziel der Bank kleiner aus als noch zum Freitagsschluss.

Das Kursziel beruht auf einer Analystenschätzung: Morgan Stanley setzt etwa das 21-Fache der eigenen Gewinnschätzung für 2028 an. Als Bear-Case nennen die Analysten 220 USD je Aktie, als Bull-Case 410 USD, woraus sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 3 zu 1 ergibt.

Eine mögliche Stütze für diesen Bewertungsrahmen ist Bedrock. Laut der Notiz könnte mehr Transparenz bei Bedrock die Bewertung der Aktie von rund dem 15-Fachen des für 2028 erwarteten Gewinns anheben. Zwischen dieser Ausgangsbewertung und dem Multiplikator hinter dem Kursziel liegt eine Lücke, die Bedrock dieser Lesart zufolge schließen helfen könnte.

Morgan Stanley steht mit der positiven Sicht nicht allein. 62 von 64 Analysten, die Amazon beobachten, stufen die Aktie mit „Buy“ oder „Strong Buy“ ein, 2 empfehlen „Hold“; das mediane Kursziel liegt bei 325 USD (Stand 19. Oktober 2026).

Zum Stand vom 20. Oktober 2026 notiert die Aktie bei 233,95 EUR. Der Analystenkonsens sieht zu diesem Stand ein Kursziel von 286,62 EUR, ein Aufwärtspotenzial von 22,5 %. Der Fair Value liegt zum selben Stand bei 273,54 EUR, ein Aufwärtspotenzial von 16,9 %.

Anleger sollten den Titel auf die Watchlist nehmen, weil die Bewertung an Gewinnschätzungen hängt, die sich erst in kommenden Quartalen prüfen lassen.

Ausblick: Nächste Zahlen und angekündigte Projekte

Amazon.com Inc veröffentlicht die Ergebnisse für das dritte Quartal am 29. Oktober nach US-Börsenschluss.

Am 19. Oktober stellte Amazon.com Inc TorchNeuron vor, ein Softwaretool. Laut Unternehmensangaben können Trainium-KI-Chips damit bestehenden PyTorch-Code mit einer einzigen Konfigurationsänderung ausführen.

Im Energiebereich vereinbarte Indiana Michigan Power, eine Tochter von AEP, mit X-energy die Prüfung von 12 kleinen modularen Reaktoren des Typs Xe-100 mit je 80 Megawatt. Als Standort nennt die Mitteilung vom 19. Oktober die frühere Breed Generating Station in Sullivan County, Indiana. Amazon.com Inc wird Entwicklungsgelder bereitstellen und beabsichtigt, den Strom der Anlage über einen langfristigen Vertrag abzunehmen, der die Kosten der Anlage deckt. Vereinbart ist damit eine Prüfung, der Strombezug ist eine Absicht.

Analyst Brian Nowak von Morgan Stanley erwartet, dass Amazon.com Inc als Gewinner aus der Verbreitung von KI-Einkaufsagenten hervorgeht. Zudem rechnet er damit, dass der Konzern im Laufe der Zeit eine Partnerschaft mit Muse eingeht, dem KI-Agenten von Meta Platforms Inc. Diese Partnerschaft ist eine Erwartung des Analysten, keine vereinbarte Zusammenarbeit.

Einen Gegenpunkt setzt die Regulierung. Vor zwei Wochen erklärte eine britische Wettbewerbsbehörde laut fool.com, AWS und Microsoft Corp. sollten mehr tun, um Wechselbarrieren zwischen Cloud-Anbietern abzubauen; das erinnert daran, dass Regulierung die Margen beeinflussen kann.

Gemeldet sind damit die Quartalszahlen bis Ende Juni und das vorgestellte Softwaretool, während Agenten-Rolle, Muse-Partnerschaft und Reaktorstrom noch Erwartungen oder Absichten bleiben.