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Amazon lagert laut Bericht Nvidia-Server wegen Strommangels.
Symbolbild. Unter Zuhilfenahme von KI-Systemen generiert.

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Amazon lagert laut Bericht Nvidia-Server wegen Strommangels

Laut einem Bericht von Business Insider übernimmt Amazon.com Inc Eigentum an Nvidia-Serverracks, bevor Rechenzentren und Stromkapazitäten für deren Betrieb bereitstehen.

Publiziert Lesezeit 5 Min. Unter Zuhilfenahme von KI-Systemen erstellt

Amazon.com Inc kauft laut einem Bericht von Business Insider Nvidia-KI-Hardware für Milliardenbeträge und lagert Serverracks zwischenzeitlich in Hallen, weil den Rechenzentren der Strom für den Betrieb fehlt.

Warum jetzt: Server warten laut Bericht auf Strom

Amazon.com Inc kauft laut einem Bericht von Business Insider KI-Hardware von Nvidia für Milliardenbeträge, lagert aber einige neue Serverracks in Hallen, weil den Rechenzentren der Strom für ihren Betrieb fehlt. Laut dem Bericht übernimmt Amazon.com Inc das Eigentum an Serverracks vom Typ Nvidia GB300, bevor die Rechenzentren oder die Stromkapazitäten für ihren Betrieb vorhanden sind.

Dem Bericht zufolge zeigen interne E-Mails, dass Amazon.com Inc im August Lieferungen von Nvidia-KI-Serversystemen im Wert von 5 Mrd. USD erwartete, gefolgt von monatlich weiteren 3 Mrd. USD. Für die Aktienthese könnte damit weniger die Chip-Beschaffung als der Stromanschluss zum Engpass werden.

Laut Berichterstattung hat Amazon.com Inc das Programm „Early Rack Receipt“ eingeführt, um im scharfen Wettbewerb Nvidia-Chips zu sichern, noch bevor seine Rechenzentren betriebsbereit sind. Laut Business Insider überwacht Amazon.com Inc seine Stromzusagen über ein internes Dashboard namens „Secured Power at Risk“. Das Dashboard erfasst Netzengpässe und Vertragsklauseln, die zugesicherte Kapazitäten gefährden könnten, wenn Projekte ihre Meilensteine verfehlen.

Amazon.com Inc widerspricht der Lesart eines ungeplanten Staus: Der Konzern bezeichnet die Zwischenlagerung von Hardware nahe den Einsatzorten als „beste Geschäftspraxis“ und weist Darstellungen zurück, wonach AWS ein umfassender Bereitstellungsplan fehle.

Was Sie tun können: AWS-Wachstum gegen Mittelabfluss prüfen

Die Aktienthese für Amazon.com Inc lautet: AWS wächst, doch der Ausbau bindet Mittel, bevor neue Server Erträge liefern können. Der AWS-Umsatz stieg im zweiten Quartal um 37 % auf 42,2 Mrd. USD, der Auftragsbestand erreichte 496 Mrd. USD. Das Digitalgeschäft mit Cloud und KI ist laut FAZ aktuell das gewinnträchtigste Segment von Amazon.com Inc, während der Konzern den größten Umsatz weiterhin mit Logistik und Versandhandel erzielt.

Im Juli 2026 meldete Amazon.com Inc für das zweite Quartal ein Umsatzplus von 20 % im Jahresvergleich auf 200,6 Mrd. USD, der Nettogewinn sprang damals von 18,1 Mrd. USD im Vorjahr auf knapp 62,65 Mrd. USD. Darin steckten Buchgewinne vor Steuern von 53,4 Mrd. USD aus der Neubewertung der Beteiligung am KI-Unternehmen Anthropic. Der Gewinnsprung dürfte damit wenig über die laufende Ertragskraft aussagen.

Der freie Cashflow fiel in den zwölf Monaten bis zum 30. Juni auf minus 7,6 Mrd. USD, nach plus 18,2 Mrd. USD ein Jahr zuvor. Konzernchef Andy Jassy hob im Juli 2026 die Prognose für die Kapitalausgaben von 200 auf 220 Mrd. USD an. Mit rund 220 Mrd. USD liegen die geplanten Investitionsausgaben vor denen von Google mit bis zu 205 Mrd. USD, Microsoft mit rund 175 Mrd. USD und Meta mit bis zu 145 Mrd. USD. AWS-Finanzchef John Felton sagte gegenüber Axios, AWS-KI-Server erreichten eine Amortisation in unter drei Jahren, die Nachfrage rechtfertige die Ausgaben. Trifft diese Rechnung zu, könnte der Mittelabfluss eine Vorleistung auf spätere Erträge sein.

Die Aktie notierte zum Stand vom 21. Oktober 2026 bei 264,14 USD. Der Analystenkonsens nennt zum Stand vom 22. Oktober 2026 ein Kursziel von 286,62 EUR bei einem Rating „buy" und beziffert den Fair Value zum selben Stand separat auf 273,54 EUR. In Euro lag die Aktie zum Stand vom 22. Oktober 2026 bei 230,35 EUR, das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 24,4 % zum Kursziel und 18,7 % zum Fair Value.

Wer die These teilt, baut den Titel über kommende Quartale ins Depot auf und prüft sie am freien Cashflow, nicht am Tageskurs.

Stromdefizit bremst Ausbau der Rechenzentren

Morgan Stanley warnt vor einem Stromdefizit von 32 Gigawatt für US-Rechenzentren bis zum Jahr 2028 und wirft damit laut dem Bericht die Frage auf, wie schnell gekaufte Hardware Umsatz bringen kann. Die verfügbare Stromkapazität könnte damit das Tempo bestimmen, mit dem Amazon.com Inc seine Nvidia-Server in Erträge umsetzt.

Amazon.com Inc erwartet Berichten zufolge, dass die KI-Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten bis ins Jahr 2027 hinein übersteigen könnte. Infrastrukturchef Prasad Kalyanaraman beschrieb das KI-Geschäft des Konzerns als „hugely free cash flow negative“ und erwartet, dass der freie Cashflow von Amazon.com Inc noch einige Jahre negativ bleibt. Je länger Hardware auf Strom wartet, desto länger dürfte der Abstand zwischen Ausgaben und Erträgen ausfallen.

Die neuen Rechenzentren sollten laut dem Bericht vom August 2026 zumindest vorerst nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden, sondern als autarke Insel-Stromversorgung arbeiten. Eine eigene Stromquelle könnte Amazon.com Inc unabhängiger vom öffentlichen Netz machen, falls die Anlage wie geplant entsteht.

Ausblick: Amazon kündigte weiteren Rechenzentrumsausbau an

Amazon.com Inc hat angekündigt, im nächsten Jahr weitere rund 4,8 Mrd. EUR in Ausbau, Modernisierung und Neubau von Rechenzentren in Frankfurt und der Rhein-Main-Region zu investieren.

Zwischen 2024 und 2026 hatte der Konzern bereits knapp 8,9 Mrd. EUR in die Erweiterung seiner Rechenzentrumsinfrastruktur in Hessen investiert. Der angekündigte Plan könnte diesen Ausbau in Hessen fortsetzen, falls Amazon.com Inc die Mittel wie angekündigt einsetzt.